Gemeinsame Initiative von 14 Unternehmen treibt Entwicklung von Wilhelmshaven zur Wasserstoffhauptstadt voran

Studie der DENA soll Wege zum H2-Hub aufzeigen

Friedeburg-Etzel
Luftbild von Wilhelmshaven mit Küstenlinie und dem Jadebusen

Luftbild von Wilhelmshaven mit Küstenlinie und dem Jadebusen

Wilhelmshaven soll zur Wasserstoffhauptstadt Deutschlands werden. Mit diesem Anspruch haben sich nun 14 Unternehmen aus Wilhelmshaven und der weiteren Region mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Wilhelmshaven mbH (WFG) auf den Weg gemacht.

In der gemeinsamen Initiative sollen die Potenziale der Region zur Etablierung eines Wasserstoff-Clusters identifiziert und gehoben werden. Hierfür wurde in einem ersten Schritt eine umfangreiche Studie bei der Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) durch die Unternehmen beauftragt. Die dena ist eine bundeseigene Gesellschaft für nationale und internationale Dienstleistungen rund um energie- und klimapolitische Ziele der Bundesregierung. Sprecher der regionalen Initiativgruppe ist Uwe Oppitz, Geschäftsführer der Rhenus Midgard Wilhelmshaven GmbH & Co.KG. „Wir wollen die starke Expertise der dena bei Fragen zu Wasserstoffwertschöpfungsketten, Energieeffizienz, erneuerbaren Energien bzw. nationalen und/oder europäischen Regulierungsrahmen nutzen“, so Oppitz. Die Koordination des Gesamtprojektes übernimmt die WFG.

Wesentliches Ziel der dena-Studie ist die Identifizierung von Synergien zwischen den einzelnen Unternehmensprojekten, deren Einbettung in ein übergeordnetes Gesamtkonzept sowie die Ableitung von Maßnahmen und Handlungsempfehlungen. Hierbei gilt es vor allem, die technischen, infrastrukturellen, regulatorischen und rechtlichen Voraussetzungen am Standort zu analysieren. Spezifische Vorteile des Standorts und Herausforderungen sollen herausgearbeitet und bewertet werden, um Unterstützungsbedarfe abzuleiten. Außerdem sollen auf dieser Grundlage mögliche nationale wie internationale Förderanträge entwickelt werden. Die Ergebnisse der Studie werden im Frühjahr 2022 erwartet.

Die Initiative ist zurückzuführen auf den „Runden Tisch Wasserstoff Wilhelmshaven“, der durch die SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller, sowie den Niedersächsischen Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, Olaf Lies gegründet wurde. Ziel war und ist es, einen Austausch mit Unternehmen der gesamten potenziellen Wasserstoff-Wertschöpfungskette - vom Import, der Erzeugung, der Speicherung, dem Transport bis hin zum Verbrauch - zu führen. Hieraus hat sich mittlerweile ein durch die WFG koordinierter „Wasserstoffdialog“ etabliert.


Hintergrund

Für die Erreichung der von der deutschen Bundesregierung gesteckten Klimaziele – vor allem mit Blick auf die CO2-Einsparungen von 65 % bis 2030 (gegenüber 1990) – bedarf es des Ausbaus und der Förderung erneuerbarer Energien entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Im Zuge der Energiewende kommt der Herstellung, Lieferung, Verteilung und Nutzung von Wasserstoff eine entscheidende Rolle zu. Um Klimaneutralität in der Industrie, beim Verkehr sowie der Energie- und Wärmeversorgung herzustellen, wird zukünftig viel Wasserstoff benötigt. Es wird angenommen, dass sich der Wasserstoff-Bedarf bis 2030 nahezu auf 100 TWh verdoppeln wird.

Aufgrund der infrastrukturellen, industriellen und geografischen Gegebenheiten bieten sich zukunftsträchtige Möglichkeiten, den Standort Wilhelmshaven als Wasserstoff-Hub für Deutschland zu etablieren. Zu den wesentlichen Standortvorteilen zählen:


  • Hochspannungsnetz Knotenpunkt mit 380 kV-Anschluss sowie Leitungskorridore für Offshore-Wind-Anbindung
  • Hohe Erzeugungskapazitäten für On- und Offshore-Windstrom in der Umgebung
  • Ausgeprägte Pipeline-Infrastruktur (im Wesentlichen geplantes Wasserstoff-Transportnetz der Fernleitungsnetzbetreiber; Umrüstung von Gasspeichern auf Wasserstoff)
  • Bedienbarkeit des „No-Regret-Korridors“ – europäisches Wasserstoffnetz mit voraussichtlich hohem Angebot und hoher Nachfrage (Märkte: Frankreich, Belgien, Niederlande, Deutschland)
  • Nutzung des einzigen deutschen Tiefwasserhafens für den Transport sowie den Bau neuer Umschlagterminals sowie Nutzung der bestehenden Hafeninfrastrukturen

Die Partner der Initiative (alphabetische Reihenfolge):


  • ArcelorMittal GmbH (ArcelorMittal)
  • EKB Storage GmbH Co. KG (EKB)
  • EWE GASSPEICHER GmbH (EWE)
  • Nord-West Oelleitung GmbH (NWO)
  • Nowega GmbH (Nowega)
  • Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG (NPorts)
  • Onyx Germany GmbH (Onyx)
  • Open Grid Europe GmbH (OGE)
  • Rhenus Midgard Wilhelmshaven GmbH & Co.KG, (Rhenus)
  • Salzgitter AG (Salzgitter)
  • STORAG ETZEL GmbH (Storag Etzel)
  • Tree Energy Solutions GmbH (TES)
  • Uniper Hydrogen GmbH (Uniper)
  • Vynova Wilhelmshaven GmbH (Vynova)
  • Wirtschaftsförderungsgesellschaft Wilhelmshaven mbH (WFG)

    Pressemitteilung der WFG