STORAG ETZEL
[ʃto:rak e:tsel]

Meist gestellte Fragen (FAQ)

Auf dieser Seite finden Sie eine Auswahl der meist gestellten Fragen zur Kavernenanlage Etzel. Diese Fragen und Antworten werden laufend erweitert.

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Kavernen-Infozentrum Etzel
Beim Postweg 2
26446 Friedeburg
Tel. +49 (0)4465 977 93 39
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Kavernenanlage Etzel

Eine Kaverne (aus dem lateinischen "Cavum" abgewandelt) ist ein künstlich geschaffener unterirdischer Hohlraum.

75 Kavernen in Betrieb: 51 für Erdgas, 24 für Rohöl.

Das Hohlraumvolumen beträgt ca. 40 Mio. Kubikmeter.

Durchschnittlich ca. 60 Meter Durchmesser; 300 bis 500 Meter hoch, meist in einem Bereich von ca. 1.000 bis 1.500 Metern unter Gelände.

Etwa 12 Kilometer lang, 5 Kilometer breit. Er ragt aus einer Tiefe von ca. 4.000 Meter bis auf ca. 750 Meter unter die Geländeoberfläche herauf.

Die Fläche beträgt etwa 1.500 ha (15 km²).

Bau von Kavernen

Einzelne Arbeitsschritte beim Kavernenbau sind:

  • Bau eines Kavernenplatzes
  • Bohrbetrieb
  • Bohrungskomplettierung
  • Ausspülen des Hohlraums (Solbetrieb) im Salzstock
  • leitungstechnische Anbindung des Kavernenplatzes
  • Einbau der Untertageausrüstung (öl- bzw. gasseitig)
  • Befüllen der Kaverne mit Erdgas bzw. Erdöl 

Die Kavernen in Etzel haben ein Volumen zwischen 300.000 m³ und 700.000 m³.

Die Anlagenkapazität von STORAG ETZEL ermöglicht die gleichzeitige Herstellung von bis zu 25 Kavernen.

Der dazu notwendige Solbetrieb wird mithilfe von 16 leistungsstarken Pumpen in der sogenannten Hauptpumpenstation durchgeführt.

Insgesamt drei bis fünf Jahre dauert der Bau einer Kaverne.

Dabei dauert das Aussolen der unterirdischen Hohlräume am längsten (ca. 30 Monate Solbetrieb).

Nutzung von Kavernen

Nutzung der Kavernen zur Energiespeicherung (ր“l- und Gas) für eine Betriebszeit bis zu 100 Jahren.

Die mächtigen Salzschichten in Etzel, die die Kavernen umhüllen, sind standfest und dicht.

Schon die chemischen Eigenschaften und die Kristallstrukturen des Salzes verhindern, dass Salz und die Kohlenwasserstoffverbindungen Öl oder Gas eine Verbindung eingehen. Denn Salze sind nur in Wasser löslich und lösen sich nicht in anderen Flüssigkeiten, zu denen z.B. Erdöl gehört.  

Die Erdgasförderung und der Pipelinetransport aus den oft tausende Kilometer entfernten Erdgasfeldern in der Nordsee oder aus Sibirien erfolgt in großen Mengen kontinuierlich und nicht in Abhängigkeit vom Verbrauch.

Die Kavernenspeicher puffern den Energieträger Erdgas, um saisonale und tägliche Bedarfsspitzen, aber auch etwaige Versorgungsunterbrechungen ausgleichen zu können und damit die Energieversorgung unserer Bevölkerung und der Industrie jeden Tag sicherzustellen.

Nach erfolgter Erstbefüllung wird der fertig gestellte Kavernenspeicher mithilfe der Obertageanlagen am Standort Etzel betrieben.

Bei Erdgas ist das eine Gasbetriebsanlage der Gaskavernenmieter, bei Ölkavernen die Hauptpumpenstation der STORAG ETZEL auf dem zentralen Betriebsplatz. Wird das Speichermedium entnommen, um es in die bestehenden Fernleitungen für Öl und Gas einzuspeisen, nennt man das „Ausspeichern“.

Den umgekehrten Weg des Befüllens nennt man „Einspeichern“. Die Kaverne wird dabei jeweils immer unter Druck gehalten.  

Erdgas wird in den Kavernen am Standort Etzel mithilfe der obertägigen Gasverdichterstationen unserer Mieter bei einem Druck von bis zu 200 bar gespeichert.

So kann eine große Menge Erdgas platzsparend eingelagert werden.

Der Inhalt einer Gaskaverne entspricht dem Jahresverbrauch von 20.000 Haushalten oder einer Stadt von 80.000 Einwohnern.

Die Auslagerung des in den Kavernen gespeicherten Rohöls erfolgt durch die Verdrängung mittels Seewasser (oder Sole).

Dazu werden die leistungsstarken Pumpen in der Hauptpumpenstation der STORAG ETZEL genutzt. 

Die Kavernen in Etzel werden ausschließlich für die Lagerung von flüssigen und gasförmigen Kohlenwasserstoffen genutzt.

Neben der Speicherung von Rohöl und Erdgas kann Energie auch in Form von Druckluft oder auch Wasserstoff (H2) in Kavernen gespeichert werden. Druckluft und Wasserstoff können z.B. mit Hilfe von regenerativen Energiequellen (Windkraft, Fotovoltaik / Elektrolyse) geliefert werden.

Die Kavernen werden am Nutzungsende so stillgelegt, dass von ihnen keine Gefahr für Mensch, Natur und Umwelt ausgehen kann.

Nach einem anerkannten Verfahren und unter Aufsicht der Bergbehörde werden die Kavernen mit Sole gefüllt und langzeitsicher verwahrt, die Bohrung wird verschlossen, die Anlagen werden demontiert und das Gelände wird rekultiviert.

STORAG ETZEL ist als Bergbauunternehmer dazu verpflichtet, für den Fall der Kavernenstillegung und der zukünftigen Betriebseinstellung Rückstellungen für den Rückbau der unternehmenseigenen, obertägigen Anlagen und sonstigen Infrastruktur des Unternehmens zu bilden.

Diese Rückstellungen werden während der Betriebszeit nach einem geprüften Verfahren angespart und auf einem insolvenzsicheren Konto hinterlegt.  

Bei den sogenannten „Ewigkeitskosten“ handelt es sich um Folgekosten, die nach Beendigung des Bergbaus bestehen und für längere Zeit anfallen können. Bei den Kosten, die nach der Einstellung des Bergbaubetriebes in Etzel nach heutigem Stand voraussichtlich anfallen werden, handelt es sich im Wesentlichen um Betriebskosten zur Aufrechterhaltung der noch festzulegenden wasserbaulichen Maßnahmen.

Die Kosten für wasserbauliche Maßnahmen, wie z.B. den Bau von Schöpfwerken und die Anpassung von Gewässern, werden während des laufenden Betriebes vom Unternehmen bezahlt. Für die „Ewigkeitskosten“ wird in Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde eine Finanzierungslösung getroffen, die den Anforderungen genügt und nachhaltig wirkt.     

 

Wirtschaftliche Wirkungen aus Kavernenbau und -betrieb

STORAG ETZEL investierte in der aktuellen Ausbauphase seit 2006 über 800 Mio. Euro, in 2015 zuletzt über 50 Mio. Euro in Kavernenbau und -betrieb sowie Instandhaltung.

Dazu summieren sich die Investitionen der Mieterkonsortien aus dem Gasbereich. Der Kavernenbau und -betrieb trägt zu einem umfangreichen Teil zu den Gewerbesteuereinahmen in der Gemeinde Friedeburg bei.

Ein bedeutender Teil der auf der Kavernenanlage arbeitenden Unternehmen hat ihren Firmensitz in Niedersachsen. Somit trägt die Kavernenanlage über die Region hinaus zum Steueraufkommen und zur Beschäftigungsleistung in Niedersachsen bei.

Die Investitionen des Unternehmens betreffen dabei überwiegend technisch anspruchsvolle Vorhaben. Insgesamt haben nur wenige andere Investoren im weiteren Einzugsgebiet einen ähnlich positiven wirtschaftlichen Effekt.

Bis zu 200 feste Mitarbeiter der Kavernenanlage Etzel leben im näheren Umfeld von Etzel und tragen mit ihrem Einkommen zur wirtschaftlichen Stabilität in den letzten Jahren im Nordwesten Deutschlands bei.

Das Kavernengeschäft beschäftigt seit Anfang der 1970er Jahre viele lokale und  regionale Unternehmen. Es schafft und sichert Arbeitsplätze nicht nur direkt am Standort Etzel, sondern auch im Umland. In der laufenden Ausbauphase wurden zwischen 2006 und heute bereits rund 800 Millionen durch STORAG ETZEL am Standort investiert.  

Die Liste der benachbarten Kommunen, in denen Zulieferer und Dienstleister der STORAG ETZEL ihren Sitz haben – und ihre  Steuern zahlen – ist lang: Neben größeren Städten wie Oldenburg und Wilhelmshaven profitieren auch Gemeinden wie Bad Zwischenahn vom Standort Etzel. Im Postleitzahlenbereich „26“ (Ems-Jade-Bereich / Wesermarsch) selbst verblieben z.B. in 2015 ein Fünftel der Aufträge im Wert von ca. 9 Millionen Euro. STORAG ETZEL schätzt neben den kurzen Wegen auch die Kompetenz und die Flexibilität der hiesigen Unternehmen.

In der Gemeinde Friedeburg (Etzel ist Teil des Gemeindegebiets) fällt seit Jahren Gewerbesteuer in Millionenhöhe an.

Nach Schätzung der Finanzverwaltung der Gemeinde Friedeburg  standen in den letzten Jahren etwa zwei Drittel des jeweiligen Gewerbesteueraufkommens in Zusammenhang mit dem Kavernenbau und -betrieb. In 2017 fielen rund 7,3 Mio. € Gewerbesteuer aus Kavernenbau und -betrieb an (2016: 6,0 Mio €, 2015: 4,3 Mio. €, 2014: 9,7 Mio. €).

Friedeburg rangierte damit in den letzten Jahren mehrmals in den Top 10 der etwa 400 Kommunen in Niedersachsen; die Kommune kann so seinen Bürger zahlreiche freiwillige Leistungen ermöglichen. Ein großer Teil der Gewerbesteuer kommt durch das Umlageverfahren auch dem Landkreis Wittmund und dem Land Niedersachsen zu Gute. STORAG ETZEL selbst hat zum Jahreswechsel 2016 den Unternehmenssitz in die Gemeinde Friedeburg verlegt.

Sicherheit und Umweltschutz beim Kavernenbau und -betrieb

Wir leben bei STORAG ETZEL unsere Unternehmenswerte hinsichtlich Sicherheit, Verantwortung, Innovation, „Ein Team“.

Sicherheit für Mensch und Umwelt ist der zentrale Baustein unseres Handelns.

Externe Experten zertifizieren die hohen Ansprüche unserer Unternehmensgrundsätze.

Für die Einleitung der beim Kavernenbau anfallenden gesättigten Sole in die Nordsee bei Wilhelmshaven liegt eine Genehmigung durch die zuständige Behörde des LBEG  (Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie) vor. Diese baut auf der fachbehördlichen Prüfung/Freigabe durch das NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) auf.

Entscheidend für die Freigabe durch das NLWKN ist insbesondere die Prüfung, dass die gesättigte Sole zu keiner Beeinträchtigung der biologischen Situation der Jade führt. Zwar führt die Einleitung der Sole im unmittelbaren Nahbereich der Einleitstelle lokal zu einem erhöhten Salzgehalt im Meerwasser, doch bewirken die Gezeiten meist eine hohe Strömungsgeschwindigkeit im Jadewasser und damit eine sehr schnelle Verdünnung  schon in geringer Entfernung von der Einleitstelle.  

Die Wasserqualität im Jadebusen wird seit Jahrzehnten von unabhängiger Stelle überwacht. Eine Erhöhung des Salzgehaltes durch die Soleeinleitung in den Bauphasen konnte zu keiner Zeit festgestellt werden.

Ein Teil der beim Kavernenbau anfallenden Sole wurde erstmals im Winter 2012 im Rahmen eines Pilotprojektes für den Straßenwinterdienst in den Landkreisen Wittmund, Friesland, Leer und Aurich sowie im Stadtgebiet von Wilhelmshaven eingesetzt. Die Sole wurde mit Streusalz aufbereitet und dann als „Feuchtsalz“ mit den Streufahrzeugen ausgebracht.   

In dem über zwei Jahre laufenden Pilotprojekt wurde der dauerhafte Einsatz der Sole für den Winterdienst in der Region geprüft.  Ein Labor hat im Auftrag der Projektpartner vorab bestätigt, dass der Soleeinsatz für den Winterdienst geeignet und unbedenklich ist.

Schäden für den Grundwasserhaushalt sind nicht zu befürchten, weil die Kavernenbohrungen bis ins Salz mehrfach verrohrt und zum Deckgebirge zementiert sind. Die Stahlverrohrung ist druckfest und dicht ausgelegt, so dass das Lagermedium (Rohöl, Gas) nicht in Kontakt mit dem Gebirge und dem Grundwasser gelangen kann.

Die Integrität der Bohrungen wird durch Messungen im Bohrloch und durch Feldmessungen an Beobachtungsbrunnen überwacht. In über 40 Jahren Kavernenbetrieb hat es keinerlei Auffälligkeiten gegeben.

Die Sicherheitsabstände von Gaskavernen zu Wohnbebauung in Etzel sind entsprechend geltender Regelwerke und internationaler Standards von anerkannten Sachverständigen  berechnet worden und sind entspr. dem Sicherheitsbericht als ausreichend anzusehen.

Gemäß Störfallverordnung und der Bewertung möglicher Szenarien im Sicherheitsbericht ergibt sich für die neuen Gaskavernen am Standort Etzel ein ausreichender Sicherheitsabstand von 91 m. Das nächstgelegene Wohnhaus im Nordfeld hat einen Abstand von 125 m zu einem Gaskavernenkopf.

In Deutschland gelten für die Untergrundspeicher sehr hohe Sicherheitsstandards. Grundsätzlich sind die Bohrungen von Gaskavernen durch ein System mehrfacher Sicherheitsbarrieren geschützt, um einen unkontrollierten Gasaustritt zu verhindern.

Auswirkungen der Kavernenentwicklung auf die Umwelt

Die Bauaktivitäten am Standort Etzel sind örtlich und zeitlich begrenzt.

Eine mögliche Beeinträchtigung kann durch den durch Baubetrieb sowie Lastwagenverkehr einhergehen.

Zur Reduzierung dieser Störungen (Lärm, Licht, Staub) sind organisatorische Maßnahmen getroffen worden, wie z.B. Lärmschutzmaßnahmen, Regelung des Baustellenverkehrs über ausgewiesene Straßen außerhalb der Ortsbereiche, Einrichtung von Tempolimits sowie Reinigungs- und Kontrollmaßnahmen. 

Um den bestehenden Hauptbetriebsplatz der STORAG ETZEL und des Etzel Gas-Lagers herum sind in den letzten Jahren 3 neue Gasstationen unserer Partnerunternehmen, d.h. Betriebsflächen mit Gebäuden und Anlagen zum Ein- und Auslagern von Erdgas, entstanden und in Betrieb genommen worden.  

Hier wurden zusammen mit den Partnern, den zuständigen Behörden und Landschaftsplanern Lösungen entwickelt, wie eine optische Beeinträchtigung durch Architektur und Anpflanzungen vermindert werden kann. 

Im Übrigen bestehen im Zusammenhang mit dem erfolgten Ausbau seit dem Jahr 2006 umfangreiche behördliche Verpflichtungen, Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen am Standort Etzel durchzuführen. Hierfür hat STORAG ETZEL rd. 80 ha Ausgleichsflächen erworben und die landschaftspflegerischen Maßnahmen umgesetzt. 

Am 29.11.2010 hat sich in Etzel der in Deutschland einzigartige Kavernenbeirat der STORAG ETZEL (damals IVG Caverns) zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengefunden. Die Initiative zur Gründung ging vom damaligen Landrat des Landkreises Wittmund, Herrn Matthias Köring, aus.

Mitglieder des Beirats sind Vertreter der Landkreise Wittmund und Friesland, der Gemeinden Friedeburg und Sande, der Kavernengemeinschaft, der Bürgerinitiative Lebensqualität sowie der STORAG ETZEL GmbH und den Betreibern am Standort Etzel. Aufgabe des Gremiums ist es, eine Informationsplattform und eine Basis für einen Meinungs- und Erfahrungsaustausch zu schaffen, die transparent und in konstruktiver Weise zu einer offenen und direkten Zusammenarbeit beitragen und damit auch verstärkt die Öffentlichkeit informiert. Der Kavernenbeirat tagt öffentlich. Die Sitzungstermine werden ortsüblich bekannt gemacht.

Der allgemeinen Erfahrung folgend, dass Bergbau Bodensenkungen verursacht, wurde bereits vor Beginn der Aussolung der ersten Kavernen der Kavernenanlage Etzel in 1974 mit der Überwachung der Tagesoberfläche auf Höhenänderungen begonnen, um Auswirkungen aus dem Bau und Betrieb der Kavernen auf die Tagesoberfläche zu erfassen.  

Neben der Größe der Höhenänderungen interessiert dabei auch die Ausdehnung des Einflussbereichs, der durch die „Senkungsnulllinie“, ab der keine Höhenänderung feststellbar ist, begrenzt wird. Hierzu wird jährlich durch einen unabhängigen Sachverständigen in einem engmaschigen Festpunktnetz ein sogenanntes Präzisionsnivellement durchgeführt, welches in das behördliche Messnetz der Landesvermessung angekoppelt ist.   

Das Festpunktnetz der Höhenüberwachung am Standort Etzel in Kürze:

  • Anzahl der Messpunkte (2017): ca. 800
  • Überwachte Fläche: ca. 148 km²
  • Gesamtstrecke: > 300 km
  • Genauigkeit: 0,5 mm/km
  • Überwachung seit: 1973
  • Messzyklus: 1 x jährlich
  • Dauer und Zeitraum der Messung: ca. 4 Wochen jeweils im August / September

Die Auswertung der Messungen der jährlichen Höhenüberwachung im Umfeld der Kavernenanlage Etzel hat im Jahr 2017 ergeben, dass der maximale Senkungsbetrag im Zentrum der Mulde (Durchmesser etwa 8 km) 48 cm beträgt (Gesamtsenkung 1974 - 2017).

Die jährliche Senkungsrate beträgt etwa 4 cm / Jahr. Der sehr flache Senkungstrog ist in der Landschaft mit dem menschlichen Auge nicht wahrnehmbar.

Gemäß Erfahrungen und Bewertungen von anerkannten Fachleuten werden die Senkungen aus Kavernenbau und -betrieb in Etzel nicht zu Abbruchkanten oder zahlreichen lokalen Vertiefungen in der Senkungsmulde führen. Vielmehr bildet sich eine flache, gleichmäßige Senkungsmulde über dem Kavernenfeld Etzel aus. Dabei verschiebt sich das Zentrum der Mulde und damit der tiefste Punkt allmählich vom Südfeld in das nördlich der B436 liegende Nordfeld.

Die Senkung wird unter anderem durch das Salz und die vorwiegend plastischen Erdschichten darüber sowie durch die gegenseitige Überlagerung der Senkungswirkung jeder einzelnen Kaverne [Fachausdruck: „Superposition“] vergleichmäßigt. Die flache Senkungsmulde ist, auch bei größer werdenden Senkungsbeträgen, mit bloßem Auge nicht wahrnehmbar.   

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass es durch die in Etzel vorherrschenden Bodenverhältnisse, insbesondere der Marsch mit ihren eingelagerten Torfschichten, natürlicherweise vorkommt, dass sich die oberen Bodenschichten, z.B. abhängig vom Wassergehalt, bewegen und sich keineswegs absolut statisch verhalten.

Die natürlichen Höhenschwankungen in einigen Bereichen bleiben bei der jährlichen Höhenüberwachung (Nivellement) unberücksichtigt, weil die Messpunkte an langen Stahlstäben mit dem festen Untergrund „verankert“ sind.

Selbstverständlich können sich Anwohner der Kavernenanlage bei STORAG ETZEL über Details der Höhenüberwachung im Umfeld von Etzel, Horsten und Marx informieren. Gerne geben Fachleute Auskunft zu den Methoden, Ablauf und den Höhenwerten nahegelegener Messpunkte. Bitte nutzen Sie für Ihre Anfrage das STORAG ETZEL-Bürgertelefon unter 04465/ 977 93 39 oder schreiben Sie uns eine E-Mail an infozentrum@storag-etzel.de.   

Senkungen sind im Bergbau unvermeidlich. Auf Basis aktueller Untersuchungen ist nicht zu erwarten, dass die Senkungen aus Bau und Betrieb der Kavernen am Standort Etzel zu Schäden z.B. an Gebäuden oder öffentlicher Infrastruktur führen werden. Im Falle von Schäden aus Kavernenbau  und -betrieb sieht der Gesetzgeber vor, dass der Verursacher diese Schäden ausgleicht.

Die STORAG ETZEL und die örtliche Bürgerinitiative hatten in 2015 gemeinsam vereinbart, als vertrauensbildende Monitoringmaßnahme insgesamt 36 Gebäuden im Umfeld der Kavernenanlage vorsorglich mit einem Gebäudemonitoring zu erfassen und im Hinblick auf eventuelle Senkungsschäden und Schieflagen regelmäßig zu kontrollieren.

Dabei wurden bis zum Jahr 2018 jeweils 18 Gebäude repräsentativ von der Bürgerinitiative und der STORAG ETZEL nach Absprache mit den jeweiligen Hausbesitzern in das Monitoring aufgenommen. Die Häuser werden zu Beginn anhand von Höhenbolzen erstvermessen und durch einen anerkannten Gebäudesachverständigen im IST-Zustand begutachtet. Insgesamt handelt es sich um eine Mischung von unterschiedlichen Gebäudetypen/-klassen (BI: Wohngebäude / STORAG ETZEL: Historische Gebäude, Infrastrukturobjekte wie Wasserwerk Kleinhorsten, landwirtschaftliche Anwesen, empfindliche Wohngebäude).

In den Folgejahren werden die betreffenden Gebäude alle 2 Jahre im zeitlichen Zusammenhang mit der Höhenbeobachtung des Kavernenfeldes (jährliches Nivellement) im Hinblick auf Schieflage vermessen. Alle 5 Jahre werden die Gebäude zudem von einem Sachverständigen begutachtet, um Veränderungen und eventuelle Senkungsauswirkungen frühzeitig erkennen zu können. Das Verfahren der Überwachung entspricht dabei den in Deutschland anerkannten Standards und Praktiken der Vermessungstechnik und Bergschadensermittlung. Die Vermessungsübersicht des Gebäudemonitoringprogramms können Sie hier einsehen.